Varroabehandlungskonzept
Behandlungskezpt/Behandlungsempfehlung gegen Varroose bei Bienen

Die Varroamilbe (Varroa destructor) muss mit einem Gesamtkonzept basierend auf Hygienemaßnahmen, einer laufenden Kontrolle der Milbenanzahl und dem Einsatz geeigneter Produkte bekämpft werden.

Varroabefall messen und kontrollieren

Durch regelmäßige Kontrollen der Völker (Grenzwerte der Varroadiagnose, siehe Tabelle 1) kann der Milbendruck festgestellt werden. Verschiedene Methoden können hier angewendet werden. Als Beispiel werden die beiden gängigsten Methoden Gemülldiagnose ("Windeldiagnose"), oder die Puderzuckermethode ("Staubzuckermethode") angewendet.

ACHTUNG: Völker abgleichen Standard können start abweichende Milbenbelastungen aufweisen. Ständige Kontrolle und Beobachtung ist unerlässlich. Lassen sich im Sommer flugunfähige Honigbienen (Apis mellifera) beobachten, weist das auf eine sehr hohe Varroa- und Virenbelastung (die Virenwerden von der Varroamilbe übertragen) hin. Bei diesen Völkern ist ein dringender Handlungsbedarf gegeben.

Grenzwerte der Varroadiagnose

Tabelle 1: Grenzwerte der Varroadiagnose, Quelle: AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Eine regelmäßige Kontrolle ist unumgänglich, um die Schadschwelle nicht zu übersehen. Ohne eine Varroabehandlung wären im Spätherbst mehr Varroamilben als Bienen im Bienenvolk, was unweigerlich zu einem Zusammenbruch den Bienenvolkes führen würde.

Entwicklung Bienenvolk ohne Varroabehandlung

Abbildung 1: Entwicklung Bienenvolk ohne Varroabehandlung, Quelle: AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Varroabefall behandeln

Mit einer entsprechenden Hauptentmilbung ist es möglich die Milbenentwicklung niedrig zu halten und den kritischen Bereich von ca. 2.000 Varromilben nicht zu erreichen. Wobei eine erfolgreiche Restentmilbung die Ausgangsbasis für ein gesundes Bienenvolk bis zur nächsten Hauptentmilbung darlegt.

Entwicklung Bienenvolk mit Varroabehandlung

Abbildung 2: Entwicklung Bienenvolk mit Varroabehandlung, Quelle: AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Übersichtliche Darstellung des Bienenjahres, der Bienenentwicklung, der Varroaentwicklung, der Diagnose und der entsprechenden Varroabekämpfung im Jahresverlauf:

Diagnose und Varroabekämpfung im Jahresverlauf

Abbildung 3: Diagnose und Varroabekämpfung im Jahresverlauf, Quelle: AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Varroahauptentmilbung

Hauptentmilbung (Entmilbungzeit Juli/August nach Enteschluss) erfolgt entweder mittels thymolhältigen Präparaten oder durch Verdunstung von Ameisensäure. Beide Varianten wirken sowohl gegen auf Bienen anhaftenden Varroamilben als auch in der verdeckten Brut.

  • Thymolprodukte wie Thymovar oder auch Api Life Var sind sehr einfach in der Handhabung und werden bei bei moderatem Befall oder gegeben Reinvasion im Bienenstock (nachvorgegebener Anwendungszeit und Anwendungsmenge der Gebrauchsanweisung) aufgelegt.

  • Ameisensäureprodukte wie Formivar oder auch AMO Varroxal müssen mittels eines Liebig Dispenser oder eines Nassenheider Verdunster zur Verdunstung gebracht werden und können auch bei stärkerem Befall der Varroamilbe angewendet werden. Auch hier richtet sich die Anwendungszeit und Anwendungsmenge nach der produktspezifischen Gebrauchsanweisung.


Varroarestentmilbung

Winderbehandlung (Restentmilbung) mit Oxuvar 5,7% in der Träufelbehandlung im brutfreien Zustand zum Jahresende sorgt für eine geringe Milbenbelastung zum Saisonstart. Zur Träufelanwendung kann auch das Dany's Bienenwohl angewendet werden. Auch das Verdampfen von Api-Bioxal mit Hilfe des Varrox Verdampfers oder Varrox Eddy ist eine geeignet Maßnahme in dieser Jahreszeit.


Varroabefall ergänzende Informationen

Die gesamte Broschüre "Varroamilbe - Biologie, Diagnose und Bekämpfungsstrategie" der AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, aus dem die Abbildungen und Tabellen entnommen wurden, kann hier downgeloadet werden.

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